Über mich

Astrid HessWenn Sie die Person suchen, die schuld daran ist, dass ich Geschichten schreibe, müssen Sie sich an meine Mutter wenden. Sie sagte immer: »Mädchen, du redest wie ein Buch!« Irgendwann habe ich dann eingesehen, dass es besser ist, aufzuschreiben was ich denke. So kann jeder selbst entscheiden, ob, wann und wo er sich mit meinen Geschichten trifft.

Seit einem halben Jahrhundert bin ich nun der Paradiesvogel der Familie - und ehrlich gesagt, fühle ich mich damit außerordentlich wohl. Schon vor meiner Geburt zeigte ich erste Ablehnungen gegen Langeweile - ich machte lieber mein eigenes Ding. Vater hatte im Frühjahr 1964 eine lang geplante Reise verschoben, weil es eigentlich an der Zeit für mich war, zur Welt zu kommen. Leider mussten meine Eltern dann vor meiner Ankunft bereits die herbe Erfahrung machen, dass es Menschen gibt, die nicht nur ihren eigenen Kopf haben, sondern ihn sogar benutzen. Auch wenn der Kopf, wie in meinem speziellen Fall, noch nicht sichtbar war.
Ich wartete, bis mein Vater weg war,  holte tief Luft und kämpfte mich auf die Welt. Dann war ich da und rebellierte munter vor mich hin. Meine ersten Worte waren "NEIN" und "SELBER". Meine Familie erkannte schnell, dass jeglicher Widerstand gegen mich zwecklos war. 

Es war sicher nicht ganz leicht mit mir, aber gut ausgestattet mit starkem Willen, einer Überdosis Selbstvertrauen und der nötigen Prise Sturheit habe ich es dann doch geschafft, meine Eltern so zu erziehen, dass sie nicht ganz an mir verzweifelten.

Irgendwann, viele Schulnoten und heimliche Discobesuche später, wurde ich dann doch erwachsen - zumindest auf dem Papier. Jetzt kämpfe und lache ich mich seit mehr als zwanzig Jahren, in guten wie in wilden Zeiten mit meinem Mann durchs Leben. Er steht immer hinter mir - egal welche verrückten Ideen ich habe. Außerdem motiviert er mich beim Schreiben (Was, du bist immer noch bei Kapitel fünf?) und gestaltet und pflegt meine Webseite. Er ist der Beste, den ich mir wünschen kann.

Kinder haben wir auch, drei an der Zahl. Sie sind zwar nicht mehr klein, sorgen aber trotzdem (oder genau deshalb?) dafür, dass es so ödes Zeug wie RUHE oder LANGEWEILE erst gar nicht über unsere Türschwelle schafft, geschweige denn, sich hier einnistet. Sie bereichern mein Leben ungemein und ich bin sehr glücklich, dass ich sie habe. 

Weil ich neben meiner Buchfamilie auch eine echte Familie habe, muss ich mir die Zeit zum Schreiben meist stehlen. Aber wenn meine Geschichten fertig ausgedacht sind, sitze ich halbe Nächte und tippe was das Zeug hält, damit ich ja nichts vergesse.

Genau das ist mein Ding: Die Storys der "Familie Jäger" in meinem Kopf entstehen zu lassen, sie wie ein Geheimnis zu hüten, bis sie auf Papier gedruckt, umhüllt von einem farbigen Cover und versehen mit einem lustigen Titel, für Sie zum Lesen bereit liegen.

Ich wünsche Ihnen viel Vergnügen beim Schmökern!


Astrid Hess